Ein Prüfpräparat ist ein Präparat, das im Rahmen einer klinischen Studie untersucht wird. Wird dabei vom Verum gesprochen, ist in der Regel die aktive Studienbehandlung gemeint. Sie enthält den Wirkstoff oder die Behandlungskomponente, deren Wirkung im Rahmen der Studie geprüft werden soll.
Das Verum kann zum Beispiel ein noch nicht zugelassenes Arzneimittel, eine neue Dosierung oder eine neue Anwendung eines bereits bekannten Wirkstoffs sein. Welche Behandlung genau untersucht wird, ist im Studienprotokoll festgelegt. Das Prüfpräparat ist damit ein zentraler Bestandteil vieler klinischer Studien.
Der Begriff Verum dient vor allem dazu, die aktive Behandlung von anderen Studienbehandlungen abzugrenzen. Teilnehmende einer Studie können beispielsweise das Verum, ein Placebo oder eine bereits etablierte Therapie erhalten. Welche Gruppen vorgesehen sind, hängt vom jeweiligen Studiendesign ab.
Das Verum ist dabei nicht automatisch eine bereits nachweislich wirksame Behandlung. Gerade bei neuen Präparaten soll die klinische Studie erst untersuchen, welchen Nutzen und welche Risiken die Behandlung hat. Deshalb dürfen die Begriffe „Verum“ und „wirksame Behandlung“ nicht gleichgesetzt werden.
Die Anwendung des Prüfpräparats folgt festen Vorgaben. Im Studienprotokoll wird unter anderem festgelegt, in welcher Dosierung, in welchen Abständen und über welchen Zeitraum das Präparat angewendet wird. Auch die Art der Verabreichung ist genau beschrieben.
Das Prüfpräparat kann dabei Teil der gesamten Studienmedikation sein. Dieser Begriff ist weiter gefasst und beschreibt die im Rahmen einer klinischen Studie eingesetzten Medikamente oder Präparate. Das Verum bezeichnet dagegen gezielt die aktive Studienbehandlung, deren Eigenschaften untersucht werden.
Während der Studie wird zudem dokumentiert, wann und in welcher Menge das Prüfpräparat ausgegeben und angewendet wurde. Dadurch soll nachvollziehbar bleiben, ob die Behandlung entsprechend den Vorgaben durchgeführt wurde.
Viele klinische Studien untersuchen ein Prüfpräparat nicht isoliert. Seine Ergebnisse werden mit einer anderen Behandlung verglichen. Diese Vergleichsbehandlung wird als Komparator bezeichnet.
Ein Komparator kann beispielsweise eine etablierte Standardtherapie oder ein anderes Arzneimittel sein. In manchen Studien dient auch ein Placebo als Vergleich. Durch diese Gegenüberstellung lässt sich beurteilen, wie sich die Ergebnisse unter dem Prüfpräparat von denen der Vergleichsgruppe unterscheiden.
Welche Vergleichsbehandlung gewählt wird, hängt unter anderem von der Erkrankung, der bisherigen medizinischen Versorgung und der konkreten Fragestellung der Studie ab.
Vor Beginn einer klinischen Studie erhalten mögliche Teilnehmende Informationen darüber, welche Behandlungen innerhalb der Studie vorgesehen sind. Dazu gehört auch die Erklärung des Prüfpräparats und möglicher Vergleichsbehandlungen.
Bei verblindeten Studien wissen die Teilnehmenden möglicherweise nicht, welche Behandlung sie tatsächlich erhalten. Je nach Studiendesign kann diese Information auch dem behandelnden Studienteam während der Studie verborgen bleiben. Das soll verhindern, dass Erwartungen die Bewertung der Ergebnisse beeinflussen.
Der Begriff Prüfpräparat beschreibt nicht einfach irgendein Medikament, das während einer Studie eingesetzt wird. Entscheidend ist seine festgelegte Rolle innerhalb der Untersuchung. Beim Verum handelt es sich um die aktive Behandlung, deren Wirkung im Mittelpunkt der jeweiligen Fragestellung steht.
Eine klare Unterscheidung zwischen Prüfpräparat, Studienmedikation und Vergleichsbehandlung erleichtert deshalb das Verständnis des Studienaufbaus. Gerade für Studienteilnehmende hilft sie dabei, nachvollziehen zu können, welche Funktion die einzelnen Behandlungen innerhalb einer klinischen Studie haben.
Ihre Datenschutzeinstellungen
Verwalten Sie Ihre Einwilligungs-Einstellungen
Notwendig
Analytik
Googe Maps
Google Fonts
Marketing
Facebook Advanced Matching
Facebook CAPI